Umschuldung

So schulden Sie Ihren Kredit richtig um

Umschuldungen sind in der aktuellen Marktsituation gefragt: Die Zinsen sind niedrig und erlauben deutliche Einsparungen bei Zinssatz und Rate. Doch nicht nur das: Auch Gesetzgebung  und Rechtsprechung der letzten Jahre haben die Position von Kreditnehmern bei Umschuldungen gestärkt.

Hier erfahren Sie, wie eine Umschuldung abläuft, was sich damit erreichen lässt und worauf es zu achten gilt.

Typische  Anlässe für eine Umschuldung

Die Marktstudie „Konsum- und Kfz-Finanzierung 2015“ des Bankenfachverbands hat neben diversen weiteren Daten zum Thema Kredit auch den Verwendungszweck von Finanzierungen beleuchtet. Der Untersuchung zufolge verwendeten 12 % aller befragten Kreditnehmer im Jahr 2015 mindestens eines ihrer Darlehen zur Umschuldung von bestehenden Raten- oder Dispositionskrediten.

Andere Erhebungen zum Verwendungszweck von Krediten räumen Umschuldungen einen größeren Anteil ein. So kam die „Ratenkreditstudie“ der Postbank im Jahr 2014 zu dem Schluss, dass 9 % der aufgenommenen Kredite zur Ablösung eines bestehenden Ratenkredits und weitere  7 % zum Ausgleich eines in Anspruch genommenen Dispositionskredites genutzt wurden.

In den vergangenen Jahren hat die Bedeutung von Umschuldungen zugenommen, weil die Zinsen tendenziell gesunken sind und sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen im Hinblick auf Kündigungsfrist, Vorfälligkeitsentschädigung und Bearbeitungsgebühr verändert haben.

Eine Umschuldung lohnt sich, wenn mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt ist:

  • Das Zinsniveau ist seit der Kreditaufnahme deutlich gesunken

  • Die persönliche Bonität hat sich seit der Kreditaufnahme deutlich verbessert

  • Neu entstandener finanzieller Spielraum soll zur schnelleren Tilgung genutzt werden

  • Es wird eine Ratenreduzierung benötigt

  • Es wird zusätzliche Liquidität benötigt

Warum lohnt sich eine Umschuldung jetzt besonders?

Der Zeitpunkt für eine Umschuldung ist derzeit aus drei Gründen so günstig wie vielleicht nie in den letzten Jahrzehnten.

  1. Erstens können die meisten laufenden Kredite durch Kreditnehmer fristlos und ohne bzw. gegen eine geringe Vorfälligkeitsentschädigung gekündigt werden.

  2. Zweitens führt eine Kündigung durch die Umsetzung höchstrichterlicher Urteile nicht mehr zu einer nachträglichen  Verteuerung des Kredits durch nicht erstattungsfähige Gebühren.

  3. Drittens ist das Zinsniveau so niedrig wie lange nicht – und wenig spricht dafür, dass es noch deutlich weiter sinkt.

Die Vorfälligkeitsentschädigung ist meistens niedrig

Für ab dem 11.06.2010 abgeschlossene Ratenkreditverträge gelten die Regelungen der neuen Verbraucherkreditrichtlinie, die Umschuldungen erleichtert. Das betrifft zum einen die Kündigungsfrist: Kreditnehmer können Ratenkredite jederzeit ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist kündigen.

Zum anderen gelten für „neuere“ Ratenkredite auch verbraucherfreundliche Regelungen für die Vorfälligkeitsentschädigung, die eine Bank bei einer vorzeitigen Rückzahlung verlangen darf. Diese darf laut § 502 BGB 1,0 % des abgelösten Saldos nicht überschreiten. Beträgt die zeitliche Distanz zwischen der Kündigung und dem Ende der ursprünglichen Laufzeit 12 Monate oder weniger, reduziert sich das maximal zulässige Entgelt auf 0,5 %.

Ob und in welcher Höhe tatsächlich eine Vorfälligkeitsentschädigung anfällt, ist dem Darlehensvertrag zu entnehmen; die genannten Prozentsätze verstehen sich als gesetzliche Obergrenze.

Einige Banken verlangen zusätzlich eine pauschale Bearbeitungsgebühr von ca. 50 €, was von Verbraucherschutzorganisationen wie der Stiftung Warentest bislang nicht beanstandet wird.

[caption id=”attachment_138” align=”alignright” width=”250”]Preisverzeichnis für die Entgelte zur Berechnung des Ablösesaldos einer großen deutschen Bank Preisverzeichnis für die Ablösesaldos einer großen deutschen Bank[/caption]

Das Bildschirmfoto auf der rechten Seite entstammt dem Preisverzeichnis einer großen deutschen Bank, die mehrere Kreditprodukte anbietet und die Entgelte für die Berechnung des Ablösesaldos inklusive Versandpauschale für alle vier Produkte ausweist. Im Fall des ersten und dritten Produkts von Links ist eine Berechnung pro Halbjahr kostenlos, für jede weitere Berechnung fällt eine Gebühr in Höhe von 25 € zzgl. Versand an.

Für alle Kredite gelten die gesetzlichen Obergrenzen für Vorfälligkeitsentschädigungen. Es gehört mittlerweile zu den Usancen der Branche, diese als „gesetzliche Vorfälligkeitsentschädigung“ zu bezeichnen, obgleich es jeder Bank freigestellt ist, eine geringere oder gar keine Entschädigung zu verlangen.

Die Bank, aus deren Preisverzeichnis das Bildschirmfoto stammt, verzichtet beispielsweise bei Teilrückzahlungen bis zu 80 % des aktuellen Kreditsaldos auf eine Entschädigung.

Bearbeitungsgebühren verteuern den Kredit nicht mehr nachträglich

Im Mai 2014 entschied der Bundesgerichtshof (BGH), dass Bearbeitungsgebühren bei Ratenkrediten (in aller Regel) unzulässig seien. Das Urteil war und ist aus mehreren Gründen nicht ganz unumstritten, nicht zuletzt, weil Banken die Gebühren nahezu über Nacht durch höhere Sollzinsen ersetzten und die Effektivzinssätze infolge des Urteils nicht gesunken sind.

Für Umschuldungen ist die Auffassung der Richter aber unbestreitbar ein Vorteil. Bearbeitungsgebühren wurden bis zu dem Urteil als Prozentsatz des Nettokreditbetrages angegeben und diesem nach der Auszahlung zugeschlagen.

Ein Beispiel: Ein Kredit über 10.000 € mit einer Bearbeitungsgebühr in Höhe von 5 % führt direkt nach der Auszahlung zu einem Stand des Darlehenskontos in Höhe von 10.500 €. Die Gebühr ist ebenso wie der eigentliche Sollzins Bestandteil des Effektivzinssatzes.

Im Fall einer vorzeitigen Rückzahlung des Kredits war die Gebühr verloren. Das führte zu einer rückwirkenden Erhöhung des Effektivzinssatzes, da dieser im Vorfeld einer Kreditaufnahme berechnet wird und sich auf den planmäßigen Tilgungsverlauf bezieht.

Musste dieselbe Gebühr für einen sehr viel kürzeren Zeitraum aufgebracht werden, führte dies zu einer  - in den meisten privaten Kalkulationen sicherlich nebensächlichen – Erhöhung des tatsächlichen Effektivzinssatzes für die angepasste Laufzeit.

Auch dazu ein anschauliches Beispiel: Ein Kredit über 10.000 € mit einem nominalen Sollzins von 4 % und einer Bearbeitungsgebühr in Höhe von 5 % (500 €) soll über einen Zeitraum von 60 Monaten getilgt werden. Das entspricht einem Effektivzins in Höhe von 6,18 %. Die Monatsrate beträgt 193,77 €.

Nach Ablauf des ersten Tilgungsjahres wurde ein Kapitaldienst in Höhe von 2.320,44 € erbracht. Die Restschuld des Darlehens beträgt 8.564,29 €. Wird die gesamte Restschuld (ohne weitere Gebühren und Entschädigungen) nach Ablauf des ersten Jahres im Rahmen einer Umschuldung beglichen, summieren sich Raten und vorzeitige Rückzahlung auf 10.884,73, was einem Effektivzins in Höhe von ca. 8,85 % entspricht.

Das Zinsniveau ist niedrig und wird nicht deutlich weiter sinken

Eine Umschuldung lohnt sich nur, wenn der neue Kredit auch nach Berücksichtigung der Kosten eines vorzeitigen Ausstiegs günstiger ist als das bestehende Darlehen.

Das Zinsniveau für neu vergebene Ratenkredite  - also Kredite mit Zinsbindung und ohne Grundbucheintrag – sinkt seit vielen Jahren, wie ein Blick in die MFI Zinsstatistik der Deutschen Bundesbank belegt. Dass der Verlauf der Zinssenkung nicht unbedingt der Intensität der Berichterstattung in den Medien zu diesem Thema entspricht, sei  hier dahingestellt.

[caption id=”attachment_1717” align=”alignright” width=”1542”]Die obige Kurve zeigt die Zinssätze für neu vergebene Ratenkredite mit einer anfänglichen Laufzeit von mehr als 60 Monaten. Es handelt sich bei den Angaben zu den jeweiligen Jahren um die Januar-Daten der MFI Zinsstatistik der Deutschen Bundesbank. Die obige Kurve zeigt die Zinssätze für neu vergebene Ratenkredite mit einer anfänglichen Laufzeit von mehr als 60 Monaten. Es handelt sich bei den Angaben zu den jeweiligen Jahren um die Januar-Daten der MFI Zinsstatistik der Deutschen Bundesbank.[/caption]

Hier wird ganz bewusst eine Statistik mit sehr breiter Datenbasis herangezogen. Es gibt diverse Erhebungen, die einen deutlich stärkeren Rückgang der Zinsen dokumentieren.

Die Höhe des tatsächlichen Zinssatzes hängt jedoch nicht nur von der allgemeinen Zinsentwicklung, sondern auch vom einzelnen Produkt ab  - es gibt Kredite im oberen und im unteren Bereich der Marktspanne. Gelingt es, für eine Umschuldung einen Kredit aus dem unteren Preisbereich ausfindig zu machen, wirkt das Zinsniveau zusätzlich günstig.

Die breite Datenbasis der Bundesbank belegt vor allem eines: Das Zinsniveau wird nicht mehr deutlich weiter sinken. Das Potenzial in dieser Richtung wurde bereits ausgeschöpft: Der für kurzfristige Kredite relevante Leitzins der EZB liegt nahe 0,00 %, die für längerfristige Kredite relevanten am Anleihemarkt sind historisch niedrig und – wie etwa im Fall von Bundesanleihen mit mittleren Laufzeit – sogar negativ.

Eine von Kreditnehmern erhoffte weitere Fallhöhe für Kredite müsste dementsprechend den für Betriebskosten und Kreditausfälle benötigten Teil der Bank-Erlöse reduzieren, was insbesondere bei Krediten aus dem unteren Preisbereich des Marktes kaum noch plausibel erscheint.

Einzig quersubventionierte Sonderaktionen können diese betriebswirtschaftlichen Gesetze punktuell und temporär aushebeln. Das ist aber keinesfalls ein Grund, sinnvolle Finanzierungspläne auf die lange Bank zu schieben.

Welche Möglichkeiten eröffnet eine Umschuldung?

Mit einer Umschuldung lassen sich mehrere Zielsetzungen verfolgen. Das Primärziel muss nicht die Ersparnis durch den Wechsel zu einem günstigeren Kredit sein.

Die Ersparnis kann stattdessen als das Potenzial betrachtet werden, das für eines oder zwei von drei möglichen Zielen freigesetzt wird:

  1. Eine beschleunigte Tilgung

  2. Eine Ratenreduzierung

  3. Eine zusätzliche Auszahlung ohne Änderungen bei Rate und Laufzeit

Schneller schuldenfrei

Wird ein bestehender Kredit umgeschuldet, kann die damit realisierte Zinsersparnis zu einer Verkürzung der verbleibenden Tilgungslaufzeit eingesetzt werden. Dazu wird die Monatsrate über die Umschuldung hinweg konstant gehalten – für den neuen Kredit wird monatlich also exakt so viel gezahlt wie für das alte Darlehen. Dazu ein Rechenbeispiel.

Ein laufender Kredit weist eine Restschuld in Höhe von 22.000 € und eine Restlaufzeit von 42 Monaten auf. Die monatliche Rate beträgt 604,20 €, was einem Effektivzins in Höhe von 8,50 % entspricht. Die Bank ermöglicht die vorzeitige Rückzahlung des Darlehens gegen eine Vorfälligkeitsentschädigung in Höhe von 1,0 %. Der gesamte Ablösesaldo beträgt somit 22.220 €.

Zum Zwecke der Umschuldung steht ein Kredit bei einer anderen Bank mit einem Effektivzins von 4,5 % zur Auswahl. Dadurch lässt sich bei konstanter Rate eine Laufzeitverkürzung auf rechnerisch 39,58 Monate erreichen. Bei einer Verkürzung auf „glatte“ 39 Monate steigt die Monatsrate minimal auf 612,59 € an. In dieser Variante fallen insgesamt 1.891,01 € an Zinsen und Vorfälligkeitsentschädigung an. Wäre der laufende Kredit zum Zins von 8,5 % unverändert weitergeführt worden, hätten sich die Gesamtkosten auf 3.376,25 € summiert.

Trotz einer Vorfälligkeitsentschädigung in Höhe von 1,0 % (mehr erlaubt das Gesetz nicht) führt die Umschuldung somit zu einer Ersparnis von mehr als 1.485 €.

Niedrigere Rate

Die Reduzierung der monatlichen Belastung durch den Kapitaldienst ist das zweite mögliche Ziel einer Umschuldung. Ist eine größere Entlastung gewünscht, kann die Zinsersparnis mit einer längeren Laufzeit kombiniert werden. Dazu zwei Rechenbeispiele – eines ohne und eines mit zusätzlicher Verlängerung der Restlaufzeit.

Ein Kredit über 15.000 € mit einer Restlaufzeit von 30 Monaten und 7,5 % Effektivzins wird mit einer monatlichen Rate in Höhe von 548,21 € abgezahlt. Mit einer Umschuldung könnte das Darlehen ohne Vorfälligkeitsentschädigung gegen einen Kredit zu 3,8 % Zins getauscht werden. Die Monatsrate sinkt dann ohne Änderungen an der Laufzeit auf 524,49 €.

Die Herabsetzung der Monatsrate um ca. 4,5 % ist somit ohne Laufzeitverlängerung möglich und wird vollständig aus der Zinsersparnis finanziert.

Soll die Monatsrate deutlich stärker reduziert werden, kann für die Umschuldung stattdessen ein Kredit mit 42 Monaten Laufzeit und einem Effektivzins in Höhe von 4,2 % gewählt werden.

Die Monatsrate sinkt dann auf 384,13 €, die Zinsen summieren sich auf 1.133,53 €. Das ist deutlich mehr als im Vergleich zur Umschuldungsvariante ohne Laufzeitverlängerung, bei der sich die Zinsen auf 734,60 € summieren. Dafür sinkt die Monatsrate um 164,08 €.

Zusätzliche Auszahlung

Es ist möglich, ohne Änderungen bei Rate und Laufzeit durch eine Umschuldung eine zusätzliche Barauszahlung zu vereinbaren. Diese wird vollständig durch die Zinsersparnis finanziert und fällt nicht selten höher aus als auf den ersten Blick vermutet. Auch dazu ein Rechenbeispiel.

Gegenstand einer Umschuldung sei ein laufender Kredit mit einer Restschuld von 16.000 € und einer verbleibenden Laufzeit von 63 Monaten. Der Effektivzins beträgt 7,2 %, die Monatsrate somit 304,01 €.  Der Kredit könnte ohne Vorfälligkeitsentschädigung in ein anderes Darlehen umgeschuldet werden, das mit einem Zins von 5,1 % deutlich günstiger ausfällt.

Wird die Monatsrate in Höhe von 304,21 € für 63 weitere Monate gezahlt, lässt sich damit zum Zeitpunkt der Umschuldung bei einem Effektivzins von 5,1 % ein Nettokreditbetrag in Höhe 16.821,09 € finanzieren. Abzüglich des notwendigen Ablösesaldos verbleibt damit ein Betrag in Höhe von 821,09 € zur freien Verfügung.

Eine Zinsdifferenz von 2,1 % reicht somit aus, um neben der Ablöse des alten Kredites auch noch eine Auszahlung in Höhe von mehr als 5 % des Kreditbetrages zu finanzieren – ohne Änderungen bei Rate und Laufzeit.

Ausgleich eines überzogenen Girokontos / Umschuldung Dispositionskredit

Nicht nur bereits laufende Ratenkredite, sondern auch Dispositionskredite können Gegenstand eines Umschuldungsvorhabens sein. Die mögliche Zinsersparnis ist hier besonders groß, da die meisten Banken die Sollzinsen ihrer Kontokorrentkredite noch immer deutlich über dem Zinsniveau von Ratenkrediten ansetzen.

Im Schnitt werden 10-12 % für Überziehungen innerhalb des vereinbarten Rahmens und häufig noch einige Prozentpunkte mehr für „geduldete“ Überziehungen darüber hinaus verlangt.

Dass sich die Ablöse eines Dispositionskredits durch die Umschuldung in einen Ratenkredit dauerhaft auszahlt, ist damit kaum bestreitbar. Kurz- und mittelfristig können die Belastungen allerdings steigen, weil bei Ratenkrediten sofort eine Tilgung geleistet werden muss. Das soll an einem Rechenbeispiel verdeutlicht werden.

Ist ein Girokonto mit durchschnittlich 5.000 € überzogen, summieren sich die Sollzinsen bei einem Zinssatz von 1,0 % pro Monat auf 600 € pro Jahr (Zinseszinsen nicht eingerechnet). Sollte der Überziehungs- mit einem Ratenkredit ausgeglichen und die monatliche Belastung bei konstant 50 € fixiert werden, müsste der Ratenkredit bei einem Effektivzins von 6 % eine Laufzeit von ca. 11,5 Jahren aufweisen. Bei einer Verdopplung der Monatsrate auf 100 € reduziert sich die Laufzeit auf rechnerisch 4,79 Jahre; mit einer Kreditrate von 96,29 € lässt sich der Kredit in exakt fünf Jahren tilgen.

Dispositionskredit Ratenkredit Ratenkredit 2
Nettokreditbetrag 5.000 EUR 5.000 EUR 5.000 EUR
Monatsrate 50 EUR 50 EUR 100 EUR
Zinsen 12 % 6 % 6 %
Vollständig getilgt Nie nach 11,5 Jahren nach 4,8 Jahren

Wie genau läuft eine Umschuldung ab? Schritt-für-Schritt-Anleitung!

Schritt 1

Vergleich

Sie vergleichen Kredite verschiedener Banken im Vergleichsrechner und geben dabei den Verwendungszweck “Umschuldung/Ablösung” an.

Schritt 2

Antrag

Sie stellen einen Kreditantrag.

Schritt 3

Zinsauskunft

Ihnen wird Ihr (ggf. individueller) Zinssatz mitgeteilt.

Schritt 4

Vertragsabschluss

Sie unterschreiben den Darlehensvertrag inkl. Ablösevollmacht und senden die Unterlagen an die Bank.

Zusätzlich senden Sie Einkommensnachweise wie z. B. eine Lohnabrechnung und führen das Postident bzw. Videoident-Verfahren durch.

Bank

Kündigung altes Darlehen

Die neue Bank kündigt das Darlehen bei der alten Bank.

Bank

Ablösesaldo

Die alte Bank teilt der ablösenden Bank den Ablösesaldo inkl. Vorfälligkeitsentschädigung mit.

Bank

Ablösung

Die neue Bank überweist den Ablösesaldo zur alten Bank - der alte Kredit ist damit vollständig getilgt.

Bank

Auszahlung (optional)

Eine evtl. zusätzliche Auszahlung wird auf Ihr Auszahlungskonto überwiesen.

Schritt 5

Neue Rate

Sie überweisen die neue Rate fortan an die neue Bank.

Was sind die wichtigsten Kriterien im Vergleich von „Umschuldungskrediten“?

Der Verwendungszweck von Konsumentenkrediten spielt für die Kreditvergabe grundsätzlich keine Rolle und dient eher werblichen und statistischen Zwecken.

Bei Umschuldungen verhält sich dies anders: Wird die neue Bank direkt mit der Kündigung und Rückzahlung des bestehenden Kredites beauftragt, ist die Wahrscheinlichkeit einer positiven Kreditentscheidung größer: Schließlich belastet dann in der Eigenauskunft nur der neue Kredit das Einkommen. Ohne Angabe des Verwendungszwecks wird der zweite Kredit zum ersten addiert.

Abgesehen von der vorgenannten Besonderheit gibt es keine besonderen Kriterien für Umschuldungskredite. Es handelt sich um einen beschreibenden und ggf. werblichen Begriff, nicht um eine tatsächliche sachliche Kategorie.

Dennoch sollen die für alle Kredite gültigen Vergleichs- und Auswahlkriterien kurz aufgeführt werden.

Niedriger Zins

Je weiter der Effektivzins des Umschuldungskredits unter dem Zins des abzulösenden Darlehens liegt, desto größer ist die Ersparnis.

Seit der richterlichen Abschaffung von Bearbeitungsgebühren setzt sich der Effektivzins – noch immer die verlässlichste Größe für die Bewertung der gesamten Kreditkosten – im Wesentlichen aus dem Sollzins und den Zinseszinsen durch Zinsbelastungen auf dem Darlehenskonto zusammen.

Kostenlose Voll- und Teilrückzahlungen

Vielleicht soll auch der Umschuldungskredit in Zukunft durch ein günstigeres Darlehen ersetzt werden. Dann ist es von Vorteil, wenn die Bank keine Vorfälligkeitsentschädigungen verlangt. Das gilt im Idealfall sowohl für Teil- als auch für Vollrückzahlungen.

Geeignete Annahmekriterien

Sparen lässt sich mit einem Umschuldungskredit nur, wenn die Bank die Auszahlung auch bewilligt. Dafür müssen die Annahmekriterien zu den eigenen Voraussetzungen passen.

Vor allem Selbständige, Familien mit mehreren Kindern und geringem Einkommen, Geringverdiener und Interessenten mit schwachem SCHUFA-Score müssen genau hinsehen. Diese Zielgruppen werden besonders häufig von Banken abgelehnt, die mit niedrigen, bonitätsunabhängigen Zinssätzen werben.

Schnelle Abwicklung

Eine schnelle Abwicklung ist bei Umschuldungen selten das wichtigste, aber nie ein schlechtes Argument. Schon an der detaillierten Beschreibung des Antragsverfahrens lässt sich ungefähr erkennen, wie lange es bis zur tatsächlichen Gutschrift des Kredits auf dem eigenen Girokonto bzw. der Ablöse des alten Kredits dauert.

Beschleunigend wirken Legitimationsprüfungen mittels VideoIdent, Einsendung der Vertragsunterlagen und Einkommensnachweise per E-Mail oder Upload auf einen Server und Auszahlung per Expressüberweisung.

Was wird bei einer Umschuldung aus bestehenden Restschuldversicherungen?

Wurde mit dem abzulösenden Kredit eine Restschuldversicherung abgeschlossen, besteht für diese in der Regel ein Sonderkündigungsrecht, wenn der versicherte Kredit gekündigt wird.

Bei monatlicher Beitragszahlung wird diese mit der Kündigung eingestellt, bei einmaliger Beitragszahlung zu Vertragsbeginn werden die Beiträge anteilig zurückerstattet – mitunter nach Abzug von Vertriebskosten.

Im Einzelfall kann die Kündigung sich schwierig gestalten – etwa wenn der Kreditnehmer in der Restschuldversicherung nicht Versicherungsnehmer, sondern versicherte Person ist.